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Hurtigruten Kurztour nach Norwegen

Anreise nach Bergen in Norwegen

Mit KLM Royal Dutch Airlines, der nationalen Fluggesellschaft der Niederlande, flog ich von Berlin-Tegel über Amsterdam nach Bergen. Die beiden Flüge von jeweils ca. 1,5 Stunden Dauer waren sehr angenehm und von nettem Service begleitet (Sandwich/Snack und Getränke).
Am späten Nachmittag landeten wir auf dem überschaubaren Flughafen von Bergen.

Landeanflug auf Bergen mit KLM

Landeanflug auf Bergen mit KLM

Bergen

Tatsächlich ist Bergen mit ca. 280.000 Einwohnern sogar die zweit größte Stadt Norwegens. Man verspürt hier aber eher einen symphatischen und heimeligen Kleinstadtcharme und fühlt sich von Beginn an wohl. Auch wenn das Wetter meist eher nicht dazu beiträgt – mit ca. 240 Regentagen im Jahr ist es sogar die „niederschlagsreichste Stadt Europas“. So war es dann leider auch bei unserer Ankunft – grau und feucht von oben, aber mit Temperaturen um 20 Grad dennoch nicht kalt.

Die Stadt ist über 900 Jahre alt und lebt von einer Geschichte, die weit bis in die Wikingerzeit zurückreicht. Die Hafenfront Bryggen erinnert noch an die Zeit als Bergen eine der Hauptsitze der Hanse war und wurde 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Vom Flughafen ging es per Shuttlebus „Flybussen“ in nicht mal 30 Minuten Fahrzeit in die Innenstadt. Wir checkten für eine Nacht im Scandic Hotel Neptun ein, welches sich direkt im Zentrum und in der Nähe des Hafens befindet. Von hier aus kann man alles bequem zu Fuß erreichen. Später hatten wir die Ehre im wunderbaren Restaurant Cornelius Abend zu essen – eines der besten Fisch- und Meeresfrüchte-Restaurants in Norwegen. Es befindet sich im Schärengarten vor Bergen auf einer kleinen Insel direkt am Fjord und ist nur per Boot (ca. 25-minütige Fahrt) erreichbar.

Magic Ice Bar in Bergen

Am nächsten Tag stand zunächst ein Besuch in der „Magic Ice Bar“ auf dem Programm. Auch hier war es nur ein kleiner Spaziergang vom Hotel aus. Die Bar ist von Mitte Mai bis Mitte September von 11:00 – 23:00 Uhr geöffnet, ab Mitte September bis Mitte Mai erst ab 16:00 – 23:00 Uhr, samstags und sonntags aber generell bis 24:00 Uhr. Ausgestattet mit einem wärmenden Mantel und Handschuhen taucht man ein in eine fantastische eisblaue Welt und bestaunt die Werke berühmter norwegischer Künstler nachgebildet und „eingehauen“ in Eis. Sogar einen Willkommens-Drink erhält man in einem Glas aus Eis. Der Eintritt kostet ca. 18 Euro, inklusive Drink und warmer Bekleidung.

Anschließend unternahmen wir eine Bootsfahrt auf dem Osterfjord von Bergen nach Mostraumen/Modalen und zurück. Hier konnte man noch einmal schön erkennen, wie sich die Stadt in die umliegenden Berger erstreckt und nicht ohne Grund als Tor zu den Fjorden gilt.
Diese kleine Kreuzfahrt dauerte ca. 3 Stunden und bot eine beeindruckende Szenerie von tiefen Fjordlandschaften, steilen Bergen und mächtigen Wasserfällen. Preislich muss man umgerechnet ca. 60 Euro pro Erwachsenen und 35 EUR für Kinder von 4-15 Jahren einrechnen, Kinder unter 4 Jahren sind kostenfrei.

Am Nachmittag erwartete uns ein packender Vortrag von Buchautor und Polarexperte Arved Fuchs – dem faszinierenden Mann, der innerhalb eines Jahrs sowohl Nord- als auch Südpol zu Fuß erreicht hat.

Hurtigruten MS Midnatsol

Anschließend schifften wir uns für die nächsten 2 Nächte auf dem Hurtigruten-Schiff MS Midnatsol ein. Das Schiff lag am Tollbodkaien Pier im Stadtzentrum von Bergen und nur einen kurzen Spaziergang vom Fish Markt bzw. vom Scandic Hotel Neptun entfernt, in dem wir zuvor übernachtet hatten.
An den nächsten beiden Tagen erhielten wir einen Eindruck von einer Kreuzfahrt auf einem klassischen norwegischen Postschiff.

Nächstes Jahr feiert die Traditionsreederei Hurtigruten ihren 125-jährigen „Geburtstag“. Bereits seit 1893 verkehrt die Reederei im Liniendienst an der norwegischen Fjordküste. Die Reisedauer vom Startpunkt Bergen (hier legt jeden Tag eines der 11 Postschiffe ab) bis zum Wendepunkt und nördlichsten Hafen der Route, Kirkenes, beträgt 12 Tage. Man kann die komplette Reise buchen oder aber auch nur einzelne Teilstrecken, auch mit PKW, – die Möglichkeiten sind vielfältig. Zusätzlich werden Expeditionsreisen unter anderem in die Antarktis, Grönland und Spitzbergern oder neu zum Beispiel auch auf dem Amazonas oder Kanada angeboten.

Wir erlebten die Fahrt auf der MS Midnatsol, welche im Jahr 2003 gebaut wurde und mit 295 Kabinen und 970 Passagieren maximal sogar schon das größte der gesamten Hurtigruten-Flotte ist.
Je nach Kabinenkategorie ist die Ausstattung in jedem Fall sehr gemütlich und gediegen.
Die Kabinen sind mit Steckdosen für 220 Volt Wechselstrom ausgestattet und man benötigt keinen Adapter.

Ich empfand es allgemein als sehr angenehm, dass das Schiff nicht so groß ist – denn so kommt man bei der Reise sozusagen viel näher an alles heran. Zu den Lieblingsplätzen auf dem Schiff gehört sicher vor allem die große, zweistöckige Panorama-Lounge am Bug von der aus man dank der großen Wand-zu-Wand-Fenster eine grandiose Aussicht, auch bei nicht so gutem Wetter, genießen kann. Von Mai bis September fährt dieses Schiff entlang der norwegischen Küste und den Rest des Jahres auf den Explorer-Reisen. Es besitzt Eisklasse 1C und ist daher sehr gut für Expeditionen in die Antarktis geeignet. Ab Frühjahr 2018 gibt es ein eigenes Expedionsteam an Bord der MS Midnatsol und macht das Schiff so quasi zur „Universität auf See“.

Reisen mit Hurtigruten

Allgemein kann man Hurtigruten-Kreuzfahrten eher als Entdecker- oder Studienreisen bezeichnen, bei denen die grandiose Natur sowie Land und Leute mehr im Vordergrund stehen und weniger der Komfort bzw. die Modernität der Schiffe selbst oder ein besonders großes Unterhaltungsprogramm mit Theater, Wellness, Kino und Co. wie es auf Schiffen von anderen Reederein angeboten wird. Man merkt auf einem Hurtigruten-Schiff ganz deutlich, dass die Gäste hier alle Erlebnisse so intensiv wie möglich erfahren sollen und einbezogen werden. Auf interessanten Vorträgen und Ausflügen werden den Reisenden die Kultur, Natur und Tierwelt der jeweiligen Region anschaulich näher gebracht.

Sonnendeck auf der MS Midnatsol

Außendeck der MS Midnatsol

Vorträge auf dem Schiff von Hurtigruten

Auch unsere „Kurztour“ wurde von zahlreichen Vorträgen über Hurtigruten selbst, die Idee dieser Reiseform, die Vorstellung neuer Routen, Pläne und Schiffe für die Zukunft begleiteten die Fahrt von Bergen durch den Hardangerfjord nach Rosendal.
Am beeindruckendsten war vielleicht der „Vortrag“ von Thor Heyerdahl Junior, der Sohn des berühmten norwegischen Forschers, der uns sehr authentisch Einblicke ind das Leben und Wirken seines Vaters gegeben hat.

die Schiffe von Hurtigruten werden renoviert

Natürlich gibt es auch bei dieser Reederei Unterschiede zwischen den einzelnen Schiffen, was Größe und Alter angeht. Alle haben ihren eigenen Charakter und individuellen Stil.
Nach und nach werden die Schiffe, die entlang der norwegischen Küste fahren renoviert und dabei die Innenausstattung zum Teil aus den 90er Jahren durch ein moderneres skandinavisches Design ersetzt. Aktuell sind es die vier Schiffe MS Polarlys, MS Kong Harald, MS Nordkapp und MS Nordnorge und das Expeditionsschiff MS Spitsbergen. Wir hatten das Glück, in Bergen auch einen Blick auf und in die MS Nordnorge werfen zu können, bevor diese ebenfalls wieder zur Weiterreise in die Fjorde aufbrach. Im Sommer 2018 wird die Flotte außerdem um ein hochmodernes Hybridschiff, die MS Roald Amundsen, erweitert.

Allgemeine Infos zu Hurtigruten

Die offiziellen Sprachen an Bord sind Norwegisch und Englisch. Jedoch sprechen die Mitarbeiter der Rezeption und einige Mitglieder aus dem Service meistens Deutsch. Die Verständigung während unserer Reise war problemlos und uneingeschränkt möglich.
Der Reiseleiter auf jedem Schiff spricht Norwegisch, Englisch und Deutsch. Expeditionsleiter sprechen Norwegisch und Englisch aber nicht unbedingt immer Deutsch, aber im Expeditionsteam gibt es auch Deutsch sprechende Mitglieder. Informationsmaterialien wie z. B. die Ausflugsbroschüre, die Tagesprogramme sowie die Menükarten im Restaurant werden ebenfalls auf Deutsch zur Verfügung gestellt.

Wie auf allen Schiffen, außer auf MS Lofoten, gab es auch auf unserer MS Midtnatsol ein kleines Internet-Café und außerdem auch ein WLAN-Netzwerk. Für eine 12-tägige Reise kostet die Nutzung des WLAN-Netzwerks 400 Norwegische Kronen (ca. 42 Euro) und jeder Zugang kann für 2 Geräte verwendet werden.

Abendgarderobe oder formelle Kleidung ist bei einer Hurtigruten-Reise nicht erforderlich, höchstens ein Jackett bzw. Blazer für das Abendessen. Wegen des wechselhaften norwegischen Wetters ist allgemein der „Zwiebellook“, Funktionskleidung und festes Schuhwerk empfehlenswert.

Glücklicherweise klarte das Wetter auf unserer Reise pünktlich zur Ankunft in Rosendal auf und wir konnten bei herrlich sonnigem Wetter eine rasante Fahrt mit einem Tenderboot durch den Fjord unternehmen – ein unvergessliches Erlebnis.
Für eine längere Reise mit Hurtigruten empfiehlt es sich, die gewünschten Landausflüge im Voraus zu buchen (bis spätestens 4 Wochen vor Reisebeginn möglich), da an Bord nur noch Restplätze angeboten werden und die meisten Ausflüge durch eine maximale Teilnehmerzahl begrenzt sind.

Die Verpflegung bei Hurtigruten

Die Verpflegung an Bord, mit ihrem regionalen Charakter, habe ich als exzellent empfunden. Die Mahlzeiten der Vollpension werden zu festen Zeiten im Restaurant serviert:
 * reichhaltiges Frühstücksbuffet, ca. 07:30 bis 10:00 Uhr, freie Sitzplatzwahl
 * großes Mittagsbuffet mit warmen und kalten Speisen und Desserts ab ca. 12:00 Uhr, freie Sitzplatzwahl
 * 3-Gänge-Abendmenü, Zeiten variieren je nach Fahrplan. In der Regel beginnt das Abendessen um 18:00 Uhr, mit verschiedenen Sitzungen, die Zeiten werden an Bord bekannt gegeben

Das Leitungswasser an Bord kann bedenkenlos getrunken werden. Zu jeder Mahlzeit wird kostenfreies Tischwasser serviert. Für Reisen entlang der norwegischen Küste ist die Buchung von Wasser-, Wein- oder Bierpaketen möglich.
Nach dem Abstecher nach Rosendal im Hardangerfjord kehrte die MS Midnatsol mit uns am späten Nachmittag des dritten Reisetages wieder zurück nach Bergen, welches wir nach ca. 4 Stunden Fahrt erreichten.
Am nächsten Vormittag ging es wieder per „Flybussen“ zurück zum Flughafen und über Amsterdam nach Berlin-Tegel. Diese kurze Reise hat einen wunderbaren Einblick in das Land Norwegen gegeben und auf jeden Fall Lust auf „mehr“ gemacht. Und auch die Reiseform, wie Sie von Hurtigruten in ihrer Gesamtheit angeboten wird, war sehr besonders und beeindruckend. Man fühlte sich irgendwie als Teil einer großen Familie, die zusammen auf spannende Entdeckungsreise geht!


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