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Kappadokien in der Türkei

Ich dachte bisher immer, der Gand Canyon wäre das landschaftliche Superlativ. Doch dann bot sich mir die Gelegenheit nach Kappadokien zu reisen.
Kappadokien ist eine Region in Zentralanatolien, dessen einzigartige Landschaft aus bizarr geformten Tuffsteinkegeln zu einem der Höhepunkte einer jeden Türkeireise zählen sollte.
Wind und Wasser trugen dazu bei, dass sich vulkanische Ablagerungen zu einer atemberaubenden und märchenhaften Landschaft formten.

Wir flogen mit Turkish Airlines über Istanbul in die Provinzhauptstadt Nevsehir.
Auf dem Weg vom Flughafen nach Ürgüp, einem Ausgangspunkt für touristische Aktivitäten, kann man schon einen ersten Eindruck über die landschaftliche Vielfalt Kappadokiens bekommen.
Neben dem Tourismus ist die Landwirtschaft eine der Haupteinnahmequellen in dieser Region. Kartoffel, Ölweiden, Aprikosen, Kürbisse-speziell wegen der Kerne werden angebaut.
Übrigens ist das Gebiet um Ürgüp auch ein bekanntes Weinanbaugebiet. Man kann sich in der dort ansässigen Turasan-Kellerei von der Qualität kappadokischer Weine überzeugen.

In Ürgüp wohnten wir im Dinler Hotel, Landeskategorie 5 Sterne. Dieses Haus wird von vielen Veranstaltern als Ausgangspunkt für Rundreisen angeboten. Uns erwartete ein leicht abgewohntes Zimmer. Die Bäder sollten über kurz oder lang auch mal renoviert werden. Dennoch war alles sauber und das Personal war freundlich und zuvorkommend. Fazit: gute 3 Sterne – mehr aber auch nicht!

 

Unterwegs in Kappadokien

Auf einer Wanderung durch das Rote Tal konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie Mönche und Bauern in früheren Zeiten z. B. Kirchen, Stallungen, Taubenschläge in die Felsen höhlten. In den Höhlen fanden die Bauern Ihren Lebensraum sowie die Mönche Ruhe und Abgeschiedenheit.
Am Ende der Wanderung liegt das kleine verschlafene Dorf Cavusin. Dort sollte man unbedingt eine Rast im „Mustafa’ nin yeri“ machen. Dieses kleine Restaurant gehört Ayse und ihrem Mann Mustafa. Ayse ist eine bemerkenswerte Frau, die sich sehr für die Emanzipation türkischer Frauen stark macht. Der Tee schmeckt übrigens auch!

 

Felsformationen im Roten Tal

Felsformationen im Roten Tal

Auf dem Weg nach Göreme machten wir noch eine kleine Pause bei den Gärten des Pasa. Dort kamen wir in den Genuss eines der typischen Fladenbrote gefüllt mit Hackfleisch oder Spinat mit Schafskäse. Für 5 TL (ca. 1,50€) eine durchaus erschwingliche kleine Zwischenmahlzeit.

Das wohl bekannteste Tal in Kappadokien ist das Museumstal von Göreme. Uns erwartete ein touristisch sehr frequentiertes Freilichtmuseum, das Göreme Open Air Museum. Die Klosteranlage einer früheren Mönchsgemeinschaft, dessen Höhlenkirchen mit einfachen Wandmalereien zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurden ist durchaus beeindruckend. Die schönste der Höhlenkirchen, die „Tokali Kirche“ liegt etwas ausserhalb der Anlage an der Straße nach Göreme. Genau genommen sind es sogar 3 Kirchen aus unterschiedlichen Bauphasen zwischen 10. und 13. Jahrhunderts mit wunderschönen und farbenfrohen Fresken.

Ein kurzer Zwischenstopp führte uns nach Avanos. Ein kleines Örtchen mit beschaulicher Altstadt am längsten Fluß der Türkei, dem „Roten Fluss“- auch bekannt durch die dort gefertigte Keramik.

Etwas abseits des Trubels kann man eine schöne kleine Wanderung durch das grüne Zelve-Tal, das „Tal der Höhlenbewohner“ unternehmen. Das Tal von Zelve gabelt sich in drei Teile, die miteinander verbunden sind. Bis auf den nördlichen Teil, der gesperrt ist, können verschiedene Wohnfelsen und Höhlenkirchen in diesem Freilichtmuseum besichtigt werden. Diese Region war noch bis in die 50-er Jahre bewohnt. Wegen Einsturzgefahr wurde diese Siedlung aber aufgegeben und die Bewohner siedelten nach Neu-Zelve um.

Ein Tipp für einen Ausflug am Abend: Die Vorführung „Der Derwische“ in einer alten Karawanserei in der Nähe von Avanos. Eine beeindruckende Darbietung des Rituals der Brüder der Derwisch-Gemeinde.
www.sarihan1249.com

Unterwegs mit dem Heißluftballon

Das Highlight einer jeder Reise durch Kappadokien ist eine Fahrt in aller Frühe mit einem Heißluftballon. Die Nacht war recht kurz, denn um 4.15 Uhr fuhr der Bus zur Basisstation von Royal Ballon (www.royalballon.com). Das Wetter meinte es gut und so konnten wir nach einem kleinen Imbiss zum Startplatz aufbrechen. Bald schon erhoben sich dutzende Ballons und fuhren in den Sonnenaufgang hinein. Ein faszinierendes Schauspiel!! Wir konnten für ca. 1 h die Fahrt über die atemberaubende Landschaft genießen. Am Landeplatz gab es für jeden noch ein Glas Sekt sowie eine Medaille zur Erinnerung. Das frühe Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Dieser Ausflug kostet ca. 175,- Euro und wird von den meisten Veranstaltern als fakultative Leistung angeboten.

Metropole Istanbul

Von Nevsehir flogen wir dann mit Turkish Airlines zurück in die heimliche Hauptstadt der Türkei nach Istanbul.
Istanbul ist in den letzten Jahrzehnten zu einer Millionenmetropole herangewachsen. Momentan leben ca. 14 Mio. Menschen in der Stadt auf 2 Kontinenten.
Auf dem europäischen Teil findet man die Altstadt im Norden und im Süden getrennt durch das „Goldene Horn“ die Neustadt. Der Bosporus bildet eine natürliche Grenze zwischen Europa und Asien.
Auf dem Bosporus herrscht reger Schiffsverkehr. Diese Stimmung kann man am besten beim Essen in einem der zahlreichen Fischrestaurants unter der Galata Brücke auf sich wirken lassen.
Außerdem ist eine Bosporusrundfahrt ein absolutes Muss, wenn man Istanbul besucht. Vom Wasser aus hat man u. a. einen schönen Blick auf den Dolmabahce-Palast, dem Sitz des letzten Sultans sowie des Ciragan Palastes, wo heute die Gäste des Kempinski Hotels logieren dürfen. Imposant ist die 1973 eröffnete Bosporusbrücke. Die Hängebrücke ist 1 km lang und verbindet den europäischen und asiatischen Teil der Stadt.

Wir besichtigten die berühmte Chora-Kirche, die einen einzigartigen Reichtum byzantinischer Kunst beherbergt. Im Umfeld der Kirche des ehemaligen Chora-Klosters findet man noch viele historische Holzhäuser, die teilweise liebevoll restauriert sind.

Bei der weiteren Erkundung besuchten wir natürlich auch einige der weltbekannten und berühmten Bauwerke der Stadt.
Die Tour begann am Hippodrom, wo in der Antike Wagenrennen stattfanden. Dort finden sich noch etliche Zeugnisse der Vergangenheit, wie z. B. der Ägyptische Obelisk aus Rosengranit (Theodosius-Obelisk) und der Brunnen Kaiser Wilhelms II. Dieser war ein Geschenk des deutschen Kaisers an den letzten Sultan im Jahre 1901.

Gleich daneben befindet sich die faszinierende Sultan – Ahmet – Moschee, besser bekannt als „Blaue Moschee“ mit ihren 6 Minaretten. Die größte Moschee Istanbuls beeindruckt durch ein imposantes Kuppelsystem und die Verziehrung mit blauen Fliesen im Inneren.

 

Ein weiterer gigantischer Kuppelbau der byzantinischen Welt ist unumstritten die Hagia Sophia. Früher als Staatskirche genutzt, 1453 für den Islam in Besitz genommen gehört sie heute zum UNESCO – Weltkulturerbe und ist als Museum für die breite Öffentlichkeit zugängig.

Die Tour führte weiter in den Topkapi – Palast. (www.topkapisarayi.gov.tr) Dies ist nicht nur ein Palast schlechthin. In einer weitläufigen Parkanlage, bestehend aus 4 Höfen, kann man sich ein Bild vom Leben im osmanischen Serail machen. Zahlreiche Sammlungen in Pavillonbauten veranschaulichen das Leben am Hofe des Sultans. Ein Highlight der Anlage ist sicherlich der legendäre Harem. Um diesen besichtigen zu können, benötigt man ein extra Ticket. Achtung: die Schlange am Eingang ist sehr lang.

 

Diese Sehenswürdigkeiten erreicht man bequem mit der Tramvey (neue Straßenbahn). Man steigt an der Haltestelle Sultanahmet aus und von dort nur noch einen kurzen Fußweg.

Erlebnisse auf dem Basar in Istanbul

Was wäre eine Reise nach Istanbul ohne auf einem der Basare gefeilscht zu haben. Gleich an der Galata Brücke neben der Neuen Moschee befindet sich der Gewürzmarkt. Ein turbulentes Treiben und Handeln um die Gewürze des Orients, Honig, Nüsse und allerlei Spezialitäten aus der arabischen Welt erwartete uns dort.
Durch ein Labyrinth aus kleinen Gassen kommt man zum Großen Basar. Ein besonderes Erlebnis, denn es ist wohl das größte zusammenhängende Einkaufszentrum der Welt – eine unendliche Vielfalt an Läden, verteilt auf 64 Straßen auf einer Gesamtfläche von über 30000 qm. Dort findet man alles, was das Herz begehrt – Lederwaren, Schmuck, Teppiche, Textilien, Souvenirs und vieles anderes mehr.
Die Basare haben Mo-SA von 9-18 Uhr geöffnet.

Mein Insidertipp

Einen wunderbaren Blick über die Stadt hat man in Istanbul zum Beispiel vom Galata Konak Cafe. www.galatakonakcafe.com
Im Areal rund um den Galata Turm auf der Neustadtseite der Stadt findet man viele Jungdesigner-Shops und Galerien.
Den Abend kann man gemütlich in der Bar Litera ausklingen lassen. Die Bar befindet sich in der oberen Etage des Goethe-Institutes und ist momentan noch ein Insider-Tipp.

Ein Hoteltipp für einen Kurzaufenthalt wäre das Hotel The Haze in Karaköy. Die Zimmer sind zwar sehr klein aber dafür sehr stylisch eingerichtet. Von dort aus ist es nur ein kurzer Fußweg und man ist im Vergnügungsviertel der Neustadt und mit der Tram ist die Altstadt auch schnell erreicht.

Jede Reise geht einmal zu Ende.

Für die Abwicklung am Flughafen Istanbul sollte man unbedingt mehr Zeit als die üblichen 2 Stunden einplanen. Wenn man Gepäckkontrolle, Check In, Pass- sowie Sicherheitskontrolle hinter sich gebracht hat, kann man sich auf den Heimflug und den hervorragenden Service von Turkish Airlines freuen.


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